Levla und ADHS: Warum meine To-do-Liste jetzt ein Abenteuer ist
To-do-Apps habe ich in den letzten Jahren einfach zu viele ausprobiert. Das Problem war nie die App, sondern mein Kopf. Spannende Dinge erledige ich sofort, manchmal stundenlang im Hyperfokus. Wäsche machen und zusammenlegen, Rechnungen einzahlen oder den Abfall rausbringen bleiben dagegen liegen, obwohl sie in fünf Minuten erledigt wären. Seit ca. 3 Monaten nutze ich Levla, und ehrlich gesagt hilft mir diese App mehr, als ich erwartet hätte.
Was ist Levla?
Levla ist ein Habit Tracker (also eine App, die wiederkehrende Gewohnheiten erfasst) und eine To-do-Liste, verbunden mit einem Idle-RPG. Ein Idle-RPG ist ein Rollenspiel, das zu grossen Teilen von selbst weiterläuft, ohne dass man ständig aktiv spielen muss. Die Grundlegenden Funktionen der App sind kostenlos, kommt ohne Werbung aus und läuft auf iPhone und Android. Mittels eines Abos für 40.-/Jahr oder für einen 90.- Einmalkauf, können alle features freigekauft werden.

Ich weiss: Für viele klingt das nach Spielerei. Wer mit Games nichts am Hut hat, wird hier wenig finden. Für mein ADHS-Gehirn ist genau diese Spielerei aber der entscheidende Punkt.

Das Prinzip: Aufgaben werden zu Ausdauer
Der Kreislauf ist simpel. Jede erledigte Aufgabe oder Gewohnheit bringt Ausdauer (in der App "Stamina"). Diese Ausdauer gebe ich aus, um meinen Helden loszuschicken: fischen, die Welt erkunden oder kämpfen. Kommt er zurück, bringt er Erfahrungspunkte für seine Fähigkeiten und Beute mit. Insgesamt gibt es 18 Fähigkeiten, angelehnt an den Klassiker RuneScape.
Der Clou dabei: Ohne echte Aufgaben passiert im Spiel nichts. Mein Held kommt nur weiter, wenn ich im echten Leben etwas abschliesse. Dadurch fühlt sich der Abwasch plötzlich nicht mehr wie eine lästige Pflicht an, sondern wie Treibstoff für die nächste Expedition.
Warum das bei mir funktioniert
Bei mir fehlt langweiligen Aufgaben schlicht die Belohnung. Das Gefühl, "etwas geschafft zu haben", reicht meinem Kopf oft nicht, um überhaupt anzufangen. Levla liefert diese Belohnung sofort und sichtbar: Haken setzen, Ausdauer kassieren, Held losschicken.
Das ist kein Wundermittel. Aber es senkt bei mir die Hürde, mit einer Aufgabe anzufangen, und genau dort scheitere ich normalerweise. Ein gutes Beispiel bei mir ist das erledigen der Administrator, meiner Post und das bezahlen von Rechnungen.

Struktur im Alltag: mehr als Abhaken
Hinter dem Spiel steckt ein vollwertiger Habit Tracker. Gewohnheiten lassen sich an bestimmten Tagen, in Intervallen oder als Wochenziel planen, dazu kommen Erinnerungen, Serien (also wie viele Tage am Stück ich etwas geschafft habe), eigene Zähler und ein Fokus-Timer.

Der Charakter: mehr als Dekoration
Was mich bei Levla hält, ist die Tiefe des Spiels. Ich kann meinen Helden einkleiden und ausrüsten, Materialien sammeln und daraus Ausrüstung herstellen, Quests verfolgen und mit anderen Spielerinnen und Spielern handeln. Es gibt sogar Gilden, Haustiere und eine Rangliste.
Für mich ist das wichtig, weil reine Kosmetik schnell langweilig wird. Hier sehe ich echten Fortschritt, und der ist direkt an meinen Alltag gekoppelt.

Fairerweise: wo es hakt
Das System funktioniert nur, wenn ich ehrlich bin. Niemand hindert mich daran, eine Aufgabe abzuhaken, die ich gar nicht erledigt habe. Wer das Spiel über die Aufgaben stellt, betrügt am Ende nur sich selbst.
Fazit
Levla ist für mich keine To-do-App mit Spiel obendrauf, sondern ein Spiel, das mich dazu bringt, meinen Alltag zu erledigen. Nach [TODO: Zeitraum] merke ich, dass liegengebliebene Aufgaben seltener werden und mein Tag mehr Struktur hat.
Für wen lohnt es sich? Für alle, die mit klassischen To-do-Listen nicht warm werden und auf Belohnungen ansprechen, ganz besonders mit einem Kopf, der anders tickt. Wer Games grundsätzlich nichts abgewinnen kann, ist mit einer schlichten Liste besser bedient.
Wer Levla mal testen möchte findet unter: https://levla.app/ weitere Informationen.